Wir
alle spüren täglich, wie kalter, unpersönlich-bürokratischer
Formalismus machtartig zeit- und kräfteraubend in unser persönliches
Leben eingreift und unseren individuellen Lebensraum verstört. Überall,
wo dies zur Normalität wird, beginnt der Staat als tote Ordnung dem
Wesen Mensch im Weg zu sein. Deshalb gilt es, das erstarrte
Gemein-Wesen wieder zu beleben, d.h. zu verpersönlichen, um alle
menschlichen Belange auch von Mensch zu Mensch zu regeln. Wir brauchen
eine gesellschaftliche Situation, in der aus frustrierten, subalternen
Schreibtischtätern und Vollzugsbeamten echte, sinnerfüllte
Sozialarbeiter werden, die freie Entscheidungen aus eigener,
mitmenschlicher Einsicht treffen.
zu Programmpunkt 2:
Wir
sehen, wie eine falsche Geldordnung Geldbewegungen ermöglicht, die sich
- abgekoppelt von realen und sozial nützlichen Werten - in
sinnentleerten Räumen stauen, so dem realen Wirtschaftskreislauf
entziehen und diesen dadurch weltweit auf katastrophale Weise
beeinflussen können. Deshalb gilt es, eine Geldordnung einzuführen, die
realen Bedürfniswerten und deren Bewegungkreisläufen entspricht. Wir
brauchen ein System, in dem das Geld an echte Wertschöpfungsvorgänge
gebunden bleibt und die Menschen ihre unternehmerische Motivation als
soziales Wesen frei und selbstbestimmt entfalten können, ohne sich und
ihr Tun gezwungenermaßen auf den Gelderwerb ausrichten zu müssen.
zu Programmpunkt 3:
Wir
sehen, wie die meisten Menschen ihr Tun auf den Gelderwerb
ausrichten und es - weil es normal ist - arglos Erwerbsarbeit nennen.
Es ist deshalb normal, weil fast alle dazu gezwungen waren, solange
Einkommen nur dort zu haben war, wo Unternehmen Kapital mit
menschlicher Arbeit anhäuften und es deshalb auch wieder für
menschliche Arbeit ausgeben konnten. Doch inzwischen häufen Unternehmen
ihr Kapital zunehmend ohne menschliche Arbeit an - aber die Menschen
und ihre Einkommens- und Konsumbedürfnisse sind immer noch da. Deshalb
gilt es, Arbeit und Einkommen zu entkoppeln, wenn wir unser
Daseinsrecht nicht selbst in Frage stellen wollen (nachdem wir
Jahrhunderte lang dafür gekämpft haben, daß uns Technik von
herkömmlicher Arbeit befreit). Wir brauchen ein bedingungsloses
Grundeinkommen, um uns vom Gelderwerbszwang zu befreien. Wir brauchen
ein bedingsungsloses Grundeinkommen, damit der Mensch und nicht die
Wirtschaft Gesellschaft formen kann. Wir brauchen ein bedingungsloses
Grundeinkommen, weil wir Menschen sind und als solche weiter wachsen
wollen.
zu Programmpunkt 4:
Wir
sehen, wie Loyalität, Lobbyismus, Intriganz, Verrat, Fraktionszwang und
Parteisoldatentum die Parteienlandschaft prägt und das Parlament oft
nur Theater ist, in dem Demokratie spektakelhaft gegaukelt wird. Wir
sehen, wie Parteimitglieder ihre Mündigkeit und Stimme Gruppenzwängen
opfern (müssen), auch wenn sie in der Sache anderer Ansicht sind. Wir
sehen also, wie Parteien ihrem Verfassungsauftrag nicht gerecht werden
(können), sondern echte Demokratie zunehmend untergraben und die wahren
Interessen des Volkes nicht mehr spiegeln. Deshalb brauchen wir
Verhältnisse, die diesem zerstörerischen Machtspiel ein Ende setzen und
die Souveränität des Volkes unmittelbarer als bisher zum Ausdruck
bringen, d.h. wo sich jeder Einzelne in seiner Mündigkeit geborgen
weiß. Wir brauchen Foren und ein Parlament, wo jede Stimme Ausdruck
einer eigenen Entscheidung sein kann und der Mensch nicht mehr als
Gattungswesen handeln muß. Wir brauchen eine parteifreie Welt, damit
sich lebendige gesellschaftliche Realitäten besser zeigen und -
anstelle von Machtbeiträgen - aufklärende Sachbeiträge und verständisbildende Dialoge durchsetzen können. Wir
brauchen eine parteifreie Welt, wenn wir Demokratie nicht mehr
verspielen, sondern erhalten, beleben und entwickeln wollen. Wir
brauchen einen Volksentscheid zur Neufassung des unzeitgemäßen Artikels
21 Abs. 1 im Grundgesetz, wonach demokratische Wahlen ohne Parteien
angeblich nicht durchführbar sind.